Unbehandelt? Geschlecht in der Medizin - der InkE-Podcast


Der InkE-Podcast widmet sich einem Thema, das in der medizinischen Forschung und Versorgung lange Zeit zu wenig Beachtung gefunden hat: der Rolle von Geschlecht in der Medizin. Wie unterscheiden sich Krankheitssymptome zwischen den Geschlechtern? Warum wirken manche Medikamente bei einem Geschlecht besser als beim anderen? Und welche Bedeutung haben nicht nur biologische Unterschiede, sondern auch soziale und kulturelle Aspekte für Diagnose und Therapie?

In jeder Episode spricht Dr. Martina Kloepfer (unten links im Bild) mit Expert*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen sowie mit Patient*innen, die ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. Gemeinsam wird beleuchtet, wo geschlechterspezifische Unterschiede eine Rolle spielen und wie diese Erkenntnisse in die medizinische Praxis integriert werden können – oder eben noch zu wenig berücksichtigt werden.

Neben spannenden Fallbeispielen und persönlichen Geschichten liefert der Podcast fundierte Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Studien, zeigt Lücken in der bisherigen Forschung auf und hinterfragt bestehende medizinische Standards. Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen für die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Medizin, die alle Menschen in ihrer Vielfalt ernst nimmt – und damit zu besseren Diagnosen, individuelleren Therapien und gerechterer Versorgung beiträgt.

Wo persönliche Erfahrungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse treffen: Der InkE-Podcast macht deutlich, warum geschlechtergerechte Medizin uns alle betrifft.


Folge 1: Herzkreislauferkrankungen und chronische Nierenkrankheit

In der Auftaktfolge des InkE-Podcast wird die geschlechtersensible Medizin auf Herz und Nieren geprüft. Das InkE-Projekt stellt sich vor und bündelt die Expertise von zwei Fachärztinnen für Innere Medizin - eine mit dem Schwerpunkt in der Nephrologie, Prof. Sylvia Stracke, und eine mit dem Schwerpunkt in der Kardiologie, Prof. Ute Seeland. Während zu Herzkreislauferkrankungen schon einiges bekannt ist, stellt sich dies beim Thema Nierenkrankheit anders dar: Wussten Sie, dass mehr Frauen als Männer von chronischer Nierenkrankheit betroffen sind und dennoch ihre Nierenfunktion seltener gemessen wird? Die beiden Medizinerinnen erläutern im Gespräch mit Dr. Martina Kloepfer den Zusammenhang zwischen Herz, Niere und den Blutgefäßen, diskutieren Risiko- und Schutzfaktoren und appellieren an uns alle, der Niere genau so große Beachtung zu schenken wie dem Herzen.

 

 

 

 

Folge 2: Depressionen

Die zweite Folge des Podcasts "Unbehandelt?" nimmt das Thema Depression und mentale Gesundheit in den Blick. Eingeladen hat das InkE-Team die Psychologin und stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin, PD Dr. Eva Friedel, sowie die freie Journalistin, Moderatorin, Podcasterin und Autorin Sonja Koppitz, die selbst depressive Episoden durchlebt und sich als Mental Health-Aktivistin für die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen einsetzt. Hören Sie, wie die beiden aus ihren jeweiligen Perspektiven und Erfahrungen zu dem Thema mit der Moderatorin Dr. Martina Kloepfer ins Gespräch kommen.

 

 

 

 

Folge 3: Augenheilkunde

In der dritten Folge des InkE-Podcasts spricht Moderatorin Dr. Martina Kloepfer mit Prof. Dr. med. Anja Liekfeld, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Die Augenchirurginnen e.V., sowie mit Dr. med. Lisa Lüdtke, Assistenzärztin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Greifswald. Gemeinsam beleuchten sie nicht nur Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Augen, sondern sprechen auch über strukturelle Hürden für Frauen in der medizinischen Weiterbildung und im klinischen Alltag. 

Folge 4: Adipositas

In der vierten Folge des InkE-Podcast sind Prof. med. habil. Wolfram Keßler, Leiter des Adipositaszentrums der Universitätsmedizin Greifswald und Prof. med. Hans Jörgen Grabe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Greifswald zu Gast. Gemeinsam mit Dr. Martina Kloepfer sprechen sie über die vielschichtigen Ursachen der Adipositas, die physischen und psychischen Belastungen für Betroffene und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, sowohl konservativ als auch operativ. Besonders spannend ist die Frage, warum sich vor allem Frauen für eine chirurgische Behandlung entscheiden, obwohl Adipositas in der Gesellschaft nahezu gleich verteilt ist. Auch die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche sowie die Nachsorge nach chirurgischen Eingriffen werden thematisiert. Am Ende wird ein Blick auf gesellschaftliche Lösungsansätze geworfen. Eine spannende Diskussion, die sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Perspektiven eröffnet und zum Nachdenken anregt.

 

Folge 5: Transgeschlechtlichkeit

In dieser Folge spricht Moderatorin Dr. Martina Kloepfer mit Dr. Max Appenroth über das Thema Transgeschlechtlichkeit. Gemeinsam beleuchten sie, was eine Transition auf medizinischer, sozialer und juristischer Ebene bedeuten kann. Außerdem sprechen sie über Lücken im medizinischen System, sowie über Diskriminierungserfahrungen von trans Personen in der Gesundheitsversorgung. Dabei teilt Dr. Max Appenroth auch persönliche Einblicke aus seinem Leben als queere trans Person. Mit seiner Erfahrung als promovierter Medizinwissenschaftler, systemischer Coach und Aktivist verbindet er Fachwissen mit gelebter Realität.

Folge 6: Menopause

In dieser InkE-Podcastfolge widmen wir uns dem Thema der Menopause aus literaturwissenschaftlicher und neurowissenschaftlicher Perspektive. Dieses Mal zu Gast sind Prof. Dr. Claudia Barth, Professorin für Neurobiologie an der Charité in Berlin, und Prof. Dr. Heide Volkening, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut der Philologie an der Universität Greifswald sowie InkE-Team-Mitglied. Moderatorin Dr. MArtina Kloepfer führt durch das Gespräch und spannt dabei einen Bogen von Thomas Mann über die neurobiologischen Auswirkungen hormoneller Veränderungen, Schlafstörungen und die Rolle der Menopause in der Ausbildung von Studierenden der Human- und Lebenswissenschaften bis hin zu literarischen Repräsentation wie in Miranda July's Buch"Auf allen vieren". Aber auch Themen wie die Entlastung durch Benennung und Identitätsfragen werden angesprochen. Die Folge öffnet nicht nur den Blick für eine interdisziplinäre Perspektive, sondern erzählt auch von persönlichen Bezugspunkten und davon, wie unser alltäglicher Umgang zur Entstigmatisierung beitragen kann.

Folge 7: Zahnmedizin

In der siebten Folge des InkE-Podcasts ist Universitätsprofessorin Dr. Dr. Margrit-Ann Geibel zu Gast und diskutiert mit Moderatorin Dr. Martina Kloepfer über einen Bereich, der in der Gender-Medizin noch zu wenig beachtet wird: die Zahnmedizin. Neben hormonellen und soziokulturellen Unterschieden, die sich auf die Mundhygiene von Männern und Frauen auswirken, wird insbesondere die präventive Arbeit hervorgehoben, die in dem Bereich geleistet werden könnte. Unter anderem können Befunde im zahnmedizinischen Bereich bei der Früherkennung von Osteoporose oder Demenz unterstützen. Beide sprechen auch über die Verankerung von Geschlechteraspekten im Curriculum und Auswirkungen eines von männlichen Strukturen geprägten Klimas auf Zahnmedizinerinnen in der Ausbildung. Zum Schluss wird offenbart, wie rollende Koffer dabei helfen können die Gesundheit von Frauen zu verbessern.


 

Das Verbundvorhaben "Inklusive Exzellenz in der Medizin (InkE)" der Universitätsmedizin Greifswald und der Universität Greifswald wird mit Mitteln des Bundesministeriums Forschung, Technologie und Raumfahrt unter den Förderkennzeichen 01FP23G10A und 01FP23G10B gefördert.